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10Battenberg: Barockgarten an der Neuburg
 

Ausstellung:
"Jüdische Schicksale aus unserer Region"

13. Apr. - 08. Mai 2011, Mi und So jew. 14 - 17 Uhr

>> Tafeln der Ausstellung "Jüdische Schicksale" online verfügbar
 

Ziel der Ausstellung ist es, anhand ausgewählter Schicksale aufzuzeigen, wie es in der Zeit des Nationalsozialismus dazu kommen konnte, dass Mitbürger wegen eigentlich unerheblicher persönlicher Unterschiede zuerst ausgegrenzt, dann verfolgt und schließlich umgebracht wurden, und dass dies auch in unserer Region passierte. Damit möchten wir besonders die jüngere Generation ansprechen und sensibilisieren, damit sich so etwas nie mehr wiederholt. Wir möchten zu Toleranz gegenüber andersartigen Menschen aufrufen und verhindern, dass sich ein Volk nochmal zum Werkzeug eines Unrechtsstaates machen lässt wie es in der Zeit von 1933 bis 1945 leider auch bei uns geschehen ist. Zu diesem Zweck haben wir gemeinsam mit Initiativen aus Battenfeld (Reiner Gasse), Elsoff (Georg Braun), Oberasphe (Horst Wagner, Reiner Naumann), Vöhl (Karl-Heinz Stadtler, Walter Schauderna) und Wetter (Hans-Uffe Boerma, Georg Brössel) diese Ausstellung erarbeitet. Sie soll gleichzeitig Anstoß für eine umfassendere Erforschung der jüdischen Geschichte unserer Region sein und vor allem auch weitere Initiativen - insbesondere Geschichtsvereine - einladen, sich dieser Arbeitsgemeinschaft anzuschließen.


Besucherin vor einer Ausstellungstafel (Foto: Peter Bienhaus, GvB)

Umso mehr freut es uns darum, dass wir dank der Hilfe von Reinhold Gaß mit Lara Gentner, Sophie Linnemann, Vanessa Szabo und Christopher Ostrowski vier engagierte Schülerinnen und Schüler der Battenberger Gesamtschule für die Mitarbeit gewinnen konnten. Ihnen gebührt für ihren Einsatz besondere Anerkennung.


Von links nach rechts: Vanessa Szabo, Lara Gentner, Sophie Linnemann (Foto: Peter Bienhaus, GvB)

Eingerahmt wurde die Ausstellung durch zwei Vorträge, in denen jeweils durch Fachleute auf dem Gebiet der Geschichte der Juden unserer Region einzelne Aspekte der Ausstellung besonders hervorgehoben wurden. So sprach Karl-Heinz Stadtler vom Förderkreis "Synagoge in Vöhl" in seinem Eröffnungsvortrag am 13. April über die Notwendigkeit, sich auch 70 Jahre danach weiterhin mit dem Holocaust zu beschäftigen, um somit das von uns allen erhoffte Nie wieder zu erreichen. Im Zentrum des Vortrages von Ernst Klein vom Arbeitskreis "Rückblende - Gegen das Vergessen Volkmarsen" am 4. Mai standen dagegen die Kindertransporte von 1938/39, durch die auch viele jüdische Kinder aus unserer Region (etwa Werner Neuburger aus Battenberg oder Lore Freudenthal aus Laisa) vor dem Tod in den Konzentrationslagern bewahrt werden konnten.


Karl-Heinz Stadtler bei seinem Eröffnungsvortrag (Foto: Peter Bienhaus, GvB)

Beide Vorträge wurden untermalt durch jüdische Gitarrenmusik der "Convers Group" unter Leitung von Johannes Treml aus Münchhausen bzw. durch Flötenspiel von Theresa Born und Nadine Horsel aus Battenberg.


Die "Convers Group" (von links nach rechts): Annika Rink, Michel Bartoschik, Philipp Schindler, Johannes Treml (Foto: Peter Bienhaus, GvB)

 

Von links nach rechts: Jürgen Hübner, Theresa Born, Nadine Horsel, Ernst Klein (Foto: Thomas Hoffmeister, HNA)

Wir freuen uns, dass über 200 Besucher den Weg in die Ausstellung gefunden haben und danken ihnen herzlich für das Interesse, die wertvollen Fragen und Anregungen, die sich bei der Besichtigung ergeben haben, und ganz besonders für die vielen positiven Rückmeldungen. Nicht weniger möchten wir den vielen ehrenamtlichen Helfern danken, allen voran unseren eingangs erwähnten Mitstreitern, ohne die die Ausstellung niemals zustande gekommen wäre. Danke sagen wir auch der Stadt Battenberg für ihre Unterstützung, insbesondere Herrn Bürgermeister Horsel, der die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen hatte.

Die Ausstellungstafeln sind mittlerweile auch in DIN A3-Format als Nr. 36 der "Battenberger Geschichtsblätter" für 5 € (Mitglieder 3,50 €) erhältlich. Bestellungen nehmen wir gern über das Kontaktformular entgegen.

Am 17. Januar 2012 wurde die Ausstellung im Wettbewerb "Wir bewegen was" der Frankenberger Bank unter 36 Bewerbern mit dem 2. Platz und 750 € Preisgeld ausgezeichnet.

 

Matthias Seim

 

 

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